
KI und Kreativität: Wenn Sie diese Suchbegriffe bei Google oder Perplexity eingeben, dann erhalten Sie Ergebnisse zum Thema „Wie kreativ kann KI sein?“.
In diesem Beitrag geht es aber um Ihre eigene Kreativität, um Ihren kreativen Schreibprozess, um den kreativen Flow in der Zusammenarbeit mit der KI.
Denn um zu verhindern, dass Sie bei der Arbeit mit der KI nur noch am Bildschirm kleben und in kleinteiligen Iterationschleifen pausenlos Prompt-Pingpong spielen, brauchen Sie eine Struktur mit Kreativpausen und Abstand – auch vom Bildschirm. So verbinden Sie Schreibfluss und Struktur effektiv miteinander – und das in kleinen, machbaren Zeitfenstern.
Dazu einige Überlegungen:
1. Der kreative Prozess mit KI: Iteration ist wichtig – braucht aber auch Pausen und Abstand
Schleifen, Nachschärfen, Wiederholen: Mit einem gut durchdachten zweiten oder dritten Prompt überprüfen und verfeinern Sie die Ergebnisse gezielt. Diese Methode spart oft mehr Zeit, als zu versuchen, schon mit dem ersten Prompt alles perfekt zu formulieren. Allerdings sollten Sie unreflektierte Iterationsschleifen vermeiden, die Ihre Zeit unnötig beanspruchen.
Behalten Sie die kreative Kontrolle. Nehmen Sie sich Zeit, Ihre Arbeit zu reflektieren und zu bewerten, ohne sofort wieder vor dem Computer zu sitzen. Trennen Sie das Schreiben vom Redigieren, um Ihren Schreibfluss nicht zu stören.
Vermeiden Sie es, Texte in der gleichen Umgebung und Haltung zu redigieren, in der sie entstanden sind. Gerade bei der Arbeit mit KI besteht die Gefahr, dass der gesamte Prozess vom Brainstorming bis zur Endkorrektur im Sitzen vor dem Bildschirm abläuft. Drucken Sie Ihren Text aus und lassen Sie ihn über Nacht ruhen, bevor Sie ihn erneut betrachten. Wenn Sie wenig Zeit haben und der Text „heute noch raus muss“, dann reicht oft ein Ortswechsel, um frische Perspektiven zu gewinnen. Bearbeiten Sie Ihren Text beispielsweise im Stehen am Fenster, an der Kaffeebar oder in einem Besprechungszimmer. Wichtig ist, dass Sie den Text nicht am gleichen Ort überarbeiten, an dem Sie ihn geschrieben haben.
2. Schreibfluss: Arbeiten in 20-Minuten-Einheiten
Ein klarer Zeitrahmen hilft beim Fokussieren und beim Perspektivenwechsel. Dabei haben sich drei Phasen bewährt: Starten Sie mit fünf Minuten für das Prompting, in denen Sie eine konkrete Frage oder Anweisung an die KI formulieren. Nutzen Sie anschließend zehn Minuten, um mit den KI-Vorschlägen zu arbeiten, sie zu ergänzen, zu verbessern oder als Inspiration zu nutzen. Danach legen Sie eine fünfminütige Pause ein, in der Sie entspannen, die Vorschläge bewerten und den nächsten Schritt vorbereiten.
3. Eigenes Know-how einbringen
Kombinieren Sie KI-unterstütztes Schreiben mit Ihrer Expertise, um Ihre Texte entscheidend zu verbessern. Bringen Sie Ihren eigenen Stil ein. Ersetzen Sie generische Formulierungen durch präzisere, kontextbezogene Ausdrücke. Fachbegriffe oder idiomatische Wendungen, die Ihre Expertise widerspiegeln, verleihen Ihrem Text eine persönliche Note.
Lassen Sie Ihre Zielgruppenkenntnisse einfließen, denn Sie kennen Ihre Zielgruppe besser als die KI. Fragen Sie sich bei jedem Text: Passt dieser Inhalt zur Zielgruppe? Neben demografischen Faktoren wie Alter, Sprache oder Beruf sollten Sie auch die emotionale Ebene einbeziehen. Ein Beispiel: Eine Beschreibung für junge Erwachsene, die sich ehrenamtlich engagieren möchten, sollte locker, humorvoll und mit Spaß gestaltet sein.
Ergänzen Sie generierte Texte aus der Teilnehmenden-Perspektive, um sie lebendiger und persönlicher zu machen, zum Beispiel „Schon nach der ersten Stunde berichten Teilnehmende oft von kleinen Aha-Momenten, wie dem Gefühl, wieder tief durchatmen zu können.“
Schreibfluss bedeutet nicht, ohne Unterbrechung zu schreiben!
Lassen Sie sich im richtigen Moment inspirieren, bringen Sie Ihre Expertise ein und prüfen Sie das Ergebnis sorgfältig. Am Ende tragen immer Sie die Verantwortung für Ihren Text.